Eiche | Brennholz | Kaminholz | Hartholz

Eiche - beliebtes Brennholz in Deutschland

Eiche - beliebtes Brennholz in Deutschland
Eiche | Brennholz | Kaminholz | Hartholz (Quelle: © shico2000 - Fotolia.com)

In diesem Ratgeber möchte ich das drittbeliebteste Holz Deutschlands näher vorstellen: die Eiche.

Diese Baumart gehört, wie auch die Esche, zu den Harthölzern. Eines der herausragenden Merkmale ist das Alter, denn eine Eiche kann weit älter als einhundert Jahre werden. Da sie in diesem Zeitraum aber ihr Wachstum erst spät einstellt, ergibt sich die andere wesentliche Eigenschaft fast von selbst, ihre immense Größe. Da auch die Qualität des Holzes von gesunden Bäumen sehr hoch ist, kann die Eiche in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden. So gilt Eichenholz in Fachkreisen als sehr verrottungsresistent und verfügt darüber hinaus über eine sehr hohe Stabilität. Es wird deshalb in der Baubranche sehr gern als tragendes Holz bei Gerüsten oder bei aktiven Baumaßnahmen als Stütz- oder Kantholz genutzt. In der Möbelindustrie findet die Eiche sehr oft Anwendung.  Aus ästhetischer Sicht ist das nachvollziehbar, denn Eichenholz besitzt eine sehr gleichmäßige, ansehnliche Musterung. Diese ermöglicht auch den Einsatz von Eichenholz für Parkett oder als Verkleidung bzw. Täfelung. 


Vorteile

Natürlich eignet sich das Holz bekanntermaßen gut zum Heizen. Durch den hohen Brennwert von 2000 kWh/RM stellt das Eichenholz dabei zudem ein sehr ergiebiges Brennholz dar. Durch die Eigenschaft, dass es nur langsam abrennt, ist es besonders bei Kaminbesitzern beliebt, da weniger nachgelegt werden muss. Darüber hinaus entsteht bei der Verbrennung im Vergleich zu anderen Holzsorten weit weniger Asche. Das schwere Holz, ca. 660 kg/m³, verbrennt also fast rückstandslos.


Im inneren des Eichenholzes  ist der Anteil von Baumharz sehr niedrig. Dadurch finden Funkenflüge während der Verbrennung sehr selten bis gar nicht statt. Dieser Eigenschaft ist es geschuldet, dass Eichenholz besonders gern für offene Kamine genutzt wird, denn aufgrund des geringen Funkenfluges wird der Kaminofenaufenthalt sicherer und die eigenen vier Wände werden weniger mit Verbrennungsgeruch verschmutzt. Darüber hinaus verfügt Eichenholz, wie Esche, über eine ordentliche Glutbildung. Das hat zwei wesentliche Vorteile, den durch ausreichend Glut ist es sehr einfach neues Holz nachzulegen. Es muss nur auf der Glut postiert werden und schon beginnt es zu glimmen und entzündet sich nach einer bestimmten Zeit wie von allein. Der andere Vorteil liegt in der Dauer der Glutbildung, denn diese hält sehr lange an und emittiert dadurch mehr Wärme, als z.B. Birkenholz. Eiche lässt sich im Gegensatz zur Esche sehr gut von Hand spalten. Zusätzliches technisches Gerät ist nicht einmal bei astreichem Holz notwendig.



Quelle:  © HolzWerken - YouTube.com

Nachteile

Leider hat Eichenholz aber auch Nachteile, wobei zwei besonders hervorstechen. Einer der beiden ist die teils sehr lange Lagerzeit, die gebraucht wird, damit Eichenholz einen angemessenen Feuchtigkeitsanteil von unter 20% hat. Es wird bei großen Baumexemplaren bis zu 3 Jahre veranschlagt, damit frischgeschlagenes Eichenholz zu ordentlichem Brennholz wird. Durch das große Gewicht des Holzes wird diese Aufgabe wesentlich erschwert. Der andere gravierende Nachteil ist die Versottungsgefahr der eigenen Kaminanlage.


Im Eichenholz  befinden sich sogenannte Gerbstoffe. Diese werden durch das Verbrennen herausgelöst und verdrecken die Abzugseinrichtung. Die Folgen sind unter anderem unangenehmer Geruch, gelbliche Flecken und eine Verstopfung des Abzugsschachtes. Diese Schäden können sehr schnell, eine komplette Neusanierung der Abzugsanlage verursachen, die sehr teuer werden kann. Es gilt deswegen, bei der Verbrennung von Eichenholz besonders auf eine ordentliche Luftzufuhr zum Ofen zu achten. Denn so kann man der Versottungsgefahr beim Heizen mit Eichenholz entgegenwirken. Auch muss der Ofen über eine ordentliche Temperatur verfügen, damit die Gerbstoffe im Idealfall gleich mit verbrannt werden können. Wenn das erreicht ist, werden diese schädlichen Stoffe verbrannt, bevor sie negative Auswirkung auf ihre Kaminofenanlage haben. 


Ein weiterer, aber eher kleinerer Nachteil, nämlich dass Eiche beim Verbrennen kein imposantes Flammenbild wie z.B. Eschenholz abgibt, lässt sich durch die lange und sehr ertragreiche Verbrennung sicherlich wettmachen. Wenn Sie ihrem Besuch trotzdem ein schönes Flammenbild bieten wollen, dann sollten Sie z.B. Eschen- und Eichenholz zusammen im Ofen verbrennen. So entsteht ein vorzeigbares Feuer mit interessanter Flammenbildung, was aber auch in ähnlichem Umfang Wärme abgibt, wie ein reines Eichenholzfeuer.

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Josephine Ludwig
Josephine ist Studentin der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der TU Ilmenau. Sie selbst ist begeisterte Brennholzofenbesitzerin und gibt ihr Wissen und ihre Erfahrungen gern weiter.
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